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Schon wieder ist der Führerschein weg – was nun?

Warum im Wiederholungsfall die Strafen härter und die Entzugszeiten länger sind und Maßnahmen wiederholt werden müssen.

Polizist mit Kelle steht vor Auto mit Blaulicht.

Was passiert, wenn ich mit Alkohol am Steuer erwischt werde?

Alkoholsünder, die erstmalig mit 0,5 bis 0,79 Promille am Steuer erwischt werden, erhalten eine Vormerkung. Zwischen 0,8 und 1,19 Promille muss ein Verkehrscoaching absolviert werden, bei 1,2 bis einschließlich 1,59 Promille eine Nachschulung. Ab 1,6 Promille oder bei Verweigerung des Alkoholtests muss mit einer Nachschulung, einer verkehrspsychologischen Untersuchung und einer amtsärztlichen Untersuchung gerechnet werden.

Was geschieht, wenn der Führerschein zum zweiten Mal weg ist?

Wer innerhalb kürzester Zeit erneut ein Alkoholdelikt begeht und den Führerschein zum zweiten Mal abgeben muss, hat nicht nur nichts gelernt, sondern gleich doppelt so viel Ärger. Denn: Es drohen erneute Geldstrafen (im Ausmaß von 800 bis zu 5.900 Euro) und es verlängern sich auch die Führerscheinentzugszeiten. Darüber hinaus sind erneut begleitende Maßnahmen und je nach Gesetzeslage auch verkehrspsychologische und/oder amtsärztliche Untersuchungen zu absolvieren, für die Geld- und Zeit-Ressourcen eingeplant werden müssen.

Welche Maßnahmen werden im Wiederholungsfall bei einem erneuten Alkoholdelikt verordnet?

Vereinfacht gilt: Wenn innerhalb von fünf Jahren ein zweites Alkoholdelikt (Wiederholungsfall) begangen wird, wird immer die nächst höhere begleitende Maßnahme verordnet. Bei Vormerk-Delikten ist der Beobachtungszeitraum auf zwei Jahre beschränkt.

Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über die zu absolvierenden Maßnahmen und verkehrspsychologischen/amtsärztlichen Untersuchungen bei Wiederholungsfällen innerhalb des gesetzlichen Beobachtungszeitraumes.

Erstdelikt 0,5 bis 0,79 Promille

  • Wiederholungsfall mit 0,5 bis 0,79 Promille innerhalb von 2 Jahren = Nachschulung
  • Wiederholungsfall mit 0,8 bis 1,19 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung
  • Wiederholungsfall mit 1,2 bis 1,59 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung
  • Wiederholungsfall ab 1,6 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung + verkehrspsychologische Untersuchung + amtsärztliche Untersuchung

Erstdelikt 0,8 bis 1,19 Promille

  • Wiederholungsfall mit 0,8 bis 1,19 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung
  • Wiederholungsfall mit 1,2 bis 1,59 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung
  • Wiederholungsfall ab 1,6 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung + verkehrspsychologische Untersuchung + amtsärztliche Untersuchung

Erstdelikt 1,2 bis 1,59 Promille

  • Wiederholungsfall mit 0,8 bis 1,19 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung
  • Wiederholungsfall mit 1,2 bis 1,59 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung
  • Wiederholungsfall ab 1,6 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung + verkehrspsychologische Untersuchung + amtsärztliche Untersuchung

Erstdelikt ab 1,6 Promille

  • Wiederholungsfall mit 0,8 bis 1,19 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung + amtsärztliche Untersuchung
  • Wiederholungsfall mit 1,2 bis 1,59 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung + amtsärztliche Untersuchung
  • Wiederholungsfall ab 1,6 Promille innerhalb von 5 Jahren = Nachschulung + verkehrspsychologische Untersuchung + amtsärztliche Untersuchung

Von diesen Regelungen gibt es jedoch in speziellen Fällen – wie beispielsweise bei Probeführerscheinbesitzern – Abweichungen.

Womit muss ich rechnen, wenn der Führerschein zum dritten Mal entzogen wurde?

Je öfter der Führerschein aufgrund eines Alkoholdeliktes entzogen wird, desto schwieriger wird es, allgemeine Aussagen zu den Konsequenzen treffen zu können. Wurde Ihr Führerschein bereits öfters als drei Mal entzogen, empfehlen wir Ihnen daher, sich direkt mit Ihrer zuständigen Behörde in Verbindung zu setzen, um Auskunft zum Strafrahmen sowie über notwendige verpflichtende Maßnahmen zu erhalten.

Bei Fragen zu diesem Thema oder für die Anmeldung zum Verkehrscoaching, der Nachschulung oder der verkehrspsychologischen Untersuchung steht Ihnen unser Service Center telefonisch unter der Rufnummer 0577077-7, per Mail unter fuehrerscheinweg@kfv.at oder über unseren Website-Chat gerne zur Verfügung.

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