Seit über 20 Jahren sorgt die Mehrphasenausbildung mit Perfektionsfahrten und Fahrsicherheitstraining für einen Rückgang der Verkehrsunfälle.

Stand: April 2026
Vor über 20 Jahren führte der Gesetzgeber die Mehrphase als fixen Bestandteil der Führerscheinausbildung ein (2003). Seither ist sie nicht mehr wegzudenken. Die Mehrphasenausbildung hat das Ziel, die Unfallzahlen junger Lenker zu reduzieren. Die Ausbildung besteht aus zwei prüfungsfreien Perfektionsfahrten nach der Führerscheinprüfung sowie einem eintägigen Fahrsicherheitstraining, das durch ein verkehrspsychologisches Gruppengespräch ergänzt wird.
Zwei bis vier Monate nach der Prüfung findet die erste Perfektionsfahrt statt. Dabei analysiert ein Fahrlehrer das Fahrverhalten und korrigiert mögliche Fehler. Die zweite Perfektionsfahrt folgt sechs bis zwölf Monate nach der Prüfung.
Zwischen diesen Terminen absolvieren die Teilnehmer das Fahrsicherheitstraining inklusive verkehrspsychologischem Gruppengespräch:
Teilnehmer müssen alle Teile der Führerschein Mehrphasenausbildung innerhalb bestimmter Fristen abschließen. Wer die Fristen mehrfach nicht einhält, muss mit folgenden Konsequenzen rechnen:
Experten untersuchten die Auswirkungen der Mehrphasenausbildung nach ihrer Einführung im Jahr 2003. Dabei stellten sie fest, dass die neue Ausbildung mit Fahrsicherheitstraining und Perfektionsfahrten zahlreiche Unfälle bei Führerschein-Neulingen verhindert. Insgesamt gingen die Verkehrsunfallzahlen von 2003 bis heute in der Altersgruppe der 17- bis 24-Jährigen um 56 Prozent zurück. Noch positiver ist die Entwicklung der tödlichen Autounfälle in derselben Altersgruppe: Hier konnte ein Rückgang von 81 Prozent beobachtet werden. Natürlich spielen auch eine höhere Fahrzeugsicherheit und weitere Faktoren eine Rolle. Der positive Einfluss der Mehrphasenausbildung ist jedoch klar erkennbar.
Im Praxisteil des eintägigen Fahrsicherheitstrainings trainieren die Teilnehmer das richtige Fahrverhalten in kritischen Situationen und erleben fahrphysikalische Grenzen. Trainer simulieren diese Situationen mit automatisierten Bewässerungsanlagen, Gleitbelägen und computergesteuerten Wasserhindernissen. Notbremsmanöver, richtiges Ausweichen, Kurvenfahren und korrektes Verhalten beim Schleudern werden wiederholt trainiert und perfektioniert.
Im anschließenden Gruppengespräch mit einem Verkehrspsychologen reflektieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das eigene Verhalten im Straßenverkehr und gehen auf die häufigsten Unfalltypen und -risiken ein. Besprochen werden ebenfalls Alkohol am Steuer und verschiedenste Ablenkungsfaktoren wie Smartphones und Müdigkeit. Das Gruppengespräch soll die Teilnehmer für potenzielle Schwächen sensibilisieren und ihnen helfen, unfallpräventive Lösungsstrategien zu entwickeln.
Achtung Verwechslungsgefahr! Das Gruppengespräch der Mehrphasenausbildung soll nicht mit der verkehrspsychologischen Untersuchung verwechselt werden, die die Behörde bei mehr als 1,6 Promille Blutalkoholkonzentration am Steuer bzw. bei der Verweigerung der Ermittlung des Atemalkoholgehaltes, bei Drogen am Steuer oder für Wiederholungstäter anordnet.
Fazit: Die Führerschein-Mehrphasenausbildung erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr spürbar. Sie vermittelt praxisnahe Erfahrung und stärkt das Bewusstsein für Risiken.
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