12 Jun

Falsche Ladungssicherung: ein Vormerkdelikt mit Folgen

Mit welchen Konsequenzen und Strafen ist bei falscher Ladungssicherung zu rechnen?

Falsche Ladungssicherung kann folgenschwere Konsequenzen haben.

Wozu Ladung sichern?

Gerade bei der Be- und Entladung von Fahrzeugen und der Umsetzung von Ladungssicherungsmaßnahmen passieren aufgrund von Unwissenheit oder mangelnder Sorgfalt häufig Fehler. Nicht angezogene Zurrgurte, ungeeignete Transportmittel oder ungenügend gesicherte Ladung – die Liste der möglichen Gründe für eine falsche Handhabung von Ladegütern ist lang.

Was beim Transport von Ladegütern jedoch häufig vergessen wird, ist die ebenso lange Liste folgenschwerer Konsequenzen. Denn nicht nur die Ladung selbst kann bei falscher Sicherung beschädigt werden. Auch das Fahrzeug, Fahrer und Beifahrer sowie andere Verkehrsteilnehmer können durch entsprechende Maßnahmen vor Schaden bewahrt werden. Zudem sieht das Gesetz auch Strafen vor, wenn die transportierte Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert ist.

Das 1×1 der richtigen Ladungssicherung

Damit beim Transport von Ladegütern nichts passiert und alle Beteiligten sicher an ihr Ziel kommen, reicht es bereits, einige wenige Vorkehrungen zu treffen:

  • Wählen Sie die richte Sicherungsmethode für ihr Ladegut (Blockieren, Direktzurren, Niederzurren). Diese ist abhängig vom Fahrzeugtyp und den zu transportierten Gütern.
    • Wenn die Ladung blockiert wird, heißt das, sie wird gegen etwas gestellt, angelehnt oder eingeklemmt.
    • Durch direktzurren wird das Ladegut unmittelbar an der Bewegung gehindert und gleichzeitig von hinten festgehalten.
    • Damit die Ladung möglichst stark auf die Ladefläche gepresst wird, ist niederzurren ratsam.
  • Verwendete Zurrmittel sollten in regelmäßigen Abständen überprüft werden oder ausgetauscht werden, da sie nicht dauerhaft haltbar sind.
  • Hilfsmittel wie rutschhemmende Unterlagen, Kantenschutz, Zwischenlagen und Keile bieten zusätzliche Sicherheit – mit dem Einsatz dieser sollte daher nicht gespart werden.
  • Kontrollieren Sie die Sicherung Ihres Ladeguts, bevor Sie Ihr Fahrzeug in Betrieb nehmen und überprüfen Sie bei längeren Fahrten, ob die Sicherungsmaßnahmen ausreichend sind oder nachgebessert werden müssen.

Kleine Unachtsamkeit mit großen Folgen

Bereits kleine Fehler oder Unachtsamkeiten können jedoch Konsequenzen nach sich ziehen. Denn: Eine korrekt durchgeführte Sicherung von Ladegütern ist nicht nur eine soziale und wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern auch eine gesetzliche Pflicht. Sowohl in der Straßenverkehrsordnung als auch im Kraftfahrgesetz finden sich entsprechende Absätze: Ladung, die mit Fahrzeugen transportiert wird, muss demnach sicher verwahrt und falls erforderlich geeignet gesichert werden. Eine normale Fahrt – sei es das Bremsen, starkes Beschleunigen oder Kurvenfahren – darf die Ladung nicht außer Kontrolle bringen.

Nachschulung wegen falscher Ladungssicherung  

Wird man aufgrund fehlerhafter oder unzureichender Ladungssicherung von der Polizei angehalten, drohen nicht nur Geldstrafen. Im Gegenteil – die falsche Ladungssicherung ist zudem auch ein Vormerkdelikt und kann eine Nachschulung nach sich ziehen. Das Vormerksystem fungiert quasi als „Gelbe Karte“ auf der Straße: Bei sogenannten Vormerkdelikten wird nicht direkt die Lenkberechtigung entzogen, stattdessen ist eine Vormerkung im Führerscheinregister vorgesehen. Wer innerhalb von zwei Jahren gleich zweimal Ladungsgüter nicht korrekt sichert oder ein anderes Vormerkdelikt begeht, muss im Zuge des Vormerksystems daher mit der Verordnung einer Nachschulung rechnen. Bei diesem Kurs wird mit einem Psychologen über das Vergehen gesprochen und schlussendlich eine Strategie entwickelt, wie eine Wiederholung vermieden werden und die Ladungssicherung in Zukunft korrekt gelingen kann.

Alle Termine und Standorte für Nachschulungen finden Sie online unter: www.fuehrerscheinweg.at/nachschulung

Lesetipp: Im Beitrag „Die Nachschulung – ein Kurs ohne Prüfung“ finden Sie den Erfahrungsbericht eines Teilnehmers – bestimmt interessant, falls auch Sie bald eine Nachschulung besuchen müssen!

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