10 Apr

Führerschein-Nachschulung: Wissenswertes zum Ablauf

Was passiert bei einer Nachschulung? Informationen zum Ablauf und Tipps für die Teilnahme am Gruppenkurs.

Eine Gruppe Menschen hört einem vorne stehenden Mann beim Reden zu.

Führerschein weg? Nachschulung fällig? Was Sie erwartet.

Zu schnell unterwegs gewesen? Am Steuer telefoniert? Trotz Alkoholkonsum ein Fahrzeug gelenkt? Wer von der Polizei bei einem Verkehrsdelikt erwischt wird, muss mit entsprechenden Konsequenzen, wie z. B. Geldstrafen oder dem Entzug des Führerscheins rechnen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch beschwerlich sein. Denn: Zum einen müssen Sie sich etwa gegenüber der Familie oder dem Arbeitgeber rechtfertigen, weshalb Sie kein Fahrzeug mehr lenken dürfen, zum anderen bedürfen Alltagswege dadurch einer sorgfältigeren Planung, da sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück gelegt werden müssen.

Zu guter Letzt müssen Sie meist auch noch eine Nachschulung besuchen, die dabei helfen soll, dass Ihnen ein solches Verkehrsdelikt künftig nicht mehr passiert. Hierfür müssen entsprechende Zeitressourcen eingeplant werden. Doch was genau passiert bei einer Nachschulung und was muss beachtet werden? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

1. Anmeldung zur Nachschulung

Für die Anmeldung zur Nachschulung entnehmen Sie dem von der Behörde übermittelten Bescheid, welchen Nachschulungs-Kurstyp Sie absolvieren müssen (Nachschulung für alkoholauffällige Lenker, Nachschulung für drogenauffällige Lenker, Nachschulung für verkehrsauffällige Lenker, Nachschulung nach dem Vormerksystem).

Österreichweite Standorte und Termine für die Nachschulung finden Sie auf unserer Website im Menü unter „Nachschulung“. Der gewünschte Kurs kann direkt online gebucht werden. Für die Anmeldung und weitere Auskünfte stehen wir Ihnen selbstverständlich auch telefonisch unter der Rufnummer 05 77 0 77-7 oder per Mail unter fuehrerscheinweg@kfv.at zur Verfügung.

2. Vorbereitung auf die Nachschulung

Die Nachschulung ist ein Gruppenkurs ohne Prüfung, weshalb Sie sich nicht speziell darauf vorbereiten müssen. Jedoch sind für einen positiven Kursabschluss folgende Verhaltenspflichten einzuhalten:

  • Bitte achten Sie darauf, zu jeder Kurssitzung pünktlich zu erscheinen und geben Sie umgehend Bescheid, falls Sie sich verspäten. Im Falle einer zu großen Verspätung kann ein kostenpflichtiges Ersatzgespräch notwendig werden.
  • Obwohl es keine Prüfung gibt, ist eine aktive Mitarbeit erforderlich, damit Sie bestmöglich von Ihrem Kurs profitieren und Ihre Kursbestätigung erhalten.
  • Trinken Sie vor den Kurssitzungen keinen Alkohol (auch nicht am Vorabend). Der Kursleiter darf Sie zum Alkotest auffordern und kann Sie auch vom Kurs ausschließen, falls Sie alkoholisiert erscheinen.
  • Nehmen Sie zur ersten Sitzung einen amtlichen Lichtbildausweiß, die Bescheide (sofern diese bis dahin noch nicht vorgelegt wurden) und die unterfertigte Teilnahmeerklärung mit.

3. Ablauf und Inhalte der Nachschulung

In der Nachschulung werden von den Teilnehmern gemeinsam mit dem Psychologen Strategien erarbeitet, wie ein erneutes Verkehrsdelikt vermieden werden kann. Je nach begangenem Verkehrsdelikt (Alkohol/Drogen am Steuer, verkehrsauffälliges Verhalten oder Vormerkdelikt), wird genau jene Problematik behandelt, die der Grund für die Anordnung der Nachschulung war. Bei der Nachschulung für alkoholauffällige Lenker geht es z. B. darum zu lernen, wie Alkoholkonsum und Autofahren künftig strikt getrennt werden kann. Dabei wird der Schwerpunkt auf ungeplante Trinkanlässe (wie etwa einem spontanen Kneipenbesuch) gelegt, bei denen es häufig schneller passiert, dass das eigene Auto nicht – wie ursprünglich geplant – stehen gelassen wird.

4. Dauer der Nachschulung

Die Nachschulung für alkoholauffällige und drogenauffällige Lenker findet an vier Kurstagen statt und dauert jeweils 3,5 Stunden. Für verkehrsauffällige Lenker sind es vier Einheiten zu jeweils 3 Stunden, weiters muss noch eine Fahrprobe absolviert werden. Nachschulungsteilnehmer nach dem Vormerksystem sollten für ihren Gruppenkurs zwei Termine à 2,5 Stunden einplanen. Vormerk-Einzelkurse umfassen zwei Einheiten zu je einer Stunde.

5. Kosten für die Nachschulung

Die Preise für die Nachschulung für alkoholauffällige, verkehrsauffällige und drogenauffällige Lenker sind gesetzlich geregelt und betragen 495 Euro. Nachschulungskurse nach dem Vormerksystem liegen bei ca. 200 Euro. Eine detaillierte Preisübersicht finden Sie hier.

6. Nach der Nachschulung: Sie erhalten Ihren Führerschein wieder.

Nach positivem Kursabschluss und der vollständigen Bezahlung der Kursgebühr senden wir Ihre Kursbesuchsbestätigung direkt an die Behörde. Diese fertigt Ihnen – nach Ablauf der verordneten Führerscheinentzugszeit und sobald Sie alle weiteren erforderlichen Maßnahmen, wie zum Beispiel die verkehrspsychologische Untersuchung oder die amtsärztliche Untersuchung absolviert haben – den Führerschein wieder aus.

Lesetipp: Im Beitrag „Die Nachschulung – ein Kurs ohne Prüfung“ berichtet ein ehemaliger Teilnehmer über seine Erfahrungen bei der Nachschulung – bestimmt lesenswert, wenn Sie demnächst auch eine Nachschulung besuchen müssen!

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