22 Feb

Früher zurück zum Führerschein mit der Alkohol-Wegfahrsperre

Alles Wissenswerte rund um die Alkohol-Wegfahrsperre als Alternative zum Führerscheinentzug ab vier Monaten.

Ein Mann hält seine Autoschlüssel vor einem Auto

Seit dem 1. September 2017 haben Personen, denen aufgrund von Alkohol am Steuer, der Führerschein für mindestens vier Monate entzogen wird, die Möglichkeit am Alternativen Bewährungssystem (ABS) teilzunehmen und können damit die Führerscheinentzugszeit verkürzen. Dies ist meist bei einem Alkoholdelikt mit 1,2 Promille oder mehr der Fall.

Alkohol-Wegfahrsperre: Alternative zum Führerscheinentzug ab vier Monaten

Als Alternative zum Führerscheinentzug wird dem Betroffenen in diesem Fall eine Alkohol-Wegfahrsperre, auch „Alkolock“ genannt, in das Fahrzeug eingebaut. Diese verlangt vor Inbetriebnahme des Fahrzeuges eine Atemprobe vom Lenker und verhindert damit, dass sich der Betroffene erneut alkoholisiert hinters Steuer setzt. Begleitend sind in zweimonatigen Abständen Mentoring-Gespräche zu absolvieren.

Begleitende Maßnahmen auch trotz Alkohol-Wegfahrsperre notwendig

Wichtig ist zu wissen, dass die Teilnahme am Alternativen Bewährungssystem nicht vor den Maßnahmen einer Nachschulung, verkehrspsychologischen Untersuchung oder amtsärztlichen Untersuchung schützt. Das heißt, um am Alternativen Bewährungssystem teilnehmen zu können, müssen zuerst auch alle angeordneten Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Alkoholdelikt stehen, positiv absolviert werden. Auch der mit einem Alkoholdelikt einhergehenden Geldstrafe entgeht man durch das Alternative Bewährungssystem nicht. Außerdem muss bereits die Hälfte der angeordneten Führerscheinentzugsdauer verstrichen sein, bevor man mit der Alkohol-Wegfahrsperre fahren darf.

Vorteile des Alternativen Bewährungssystems

Vorteil der Alkohol-Wegfahrsperre im Rahmen des Alternativen Bewährungssystems ist es, auch nach einem begangenen Alkoholdelikt aktiv motorisiert am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Denn für viele hat ein Führerscheinentzug nicht nur private, sondern in erster Linie auch berufliche Konsequenzen. Außerdem bietet die Alkohol-Wegfahrsperre einen zusätzlichen Anreiz einer raschen Verhaltensänderung und führt zur Vermeidung von Rückfällen und alkoholisierten Schwarzfahrten.

Die Teilnahme am Alternativen Bewährungssystem bleibt allerdings eine Kostenfrage. Denn die mit dem Einbau einer Alkohol-Wegfahrsperre verbundenen Kosten (Ein- und Ausbau, Kosten für Mentoring-Gespräche, Wiederausstellung des Führerscheins, etc.) müssen vom Betroffenen selbst getragen werden.

Führerscheinentzug unter vier Monaten: Keine Verkürzung der Entzugszeit möglich

Wie bereits erwähnt, ist es für die Teilnahme am Alternativen Bewährungssystem Voraussetzung, dass der Führerschein aufgrund von Alkohol am Steuer für mindestens vier Monate entzogen wird. Das heißt, bei einem Führerscheinentzug von weniger als vier Monaten hat der Betroffene keine Möglichkeit die Entzugszeit durch den Einbau der Alkohol-Wegfahrsperre zu verkürzen. Ein Führerscheinentzug von mindestens vier Monaten kommt meist erst bei einem Alkoholdelikt mit 1,2 Promille oder mehr zu tragen. Allerdings kann unter Umständen bereits auch bei einem Promillewert zwischen 0,8 und 1,19 Promille die Führerscheinentzugszeit mindestens drei Monate betragen, beispielsweise bei einem Wiederholungsdelikt oder wenn man alkoholisiert in einen Unfall verwickelt war.

Die Alkohol-Wegfahrsperre als Alternative zum Führerscheinentzug bei Alkoholdelikten soll keinesfalls als „Freibrief“ für Alkoholkonsum am Steuer angesehen werden. Denn auch wenn man durch die Alkohol-Wegfahrsperre rasch wieder motorisiert am Straßenverkehr teilnehmen darf, gilt klar: Autofahren und Alkohol gehören einfach nicht zusammen!

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