22 Aug

Nach der Nachschulung nochmals geblitzt – was nun?

Schnellfahren ist kein Kavaliersdelikt! Details zu den Rechtsfolgen für Temposünder erfahren Sie hier.

Radargeräte können Temposündern teuer kommen!

Im Rausch der Geschwindigkeit: Schnellfahren als vermeintliches Kavaliersdelikt

Schnelle Autos oder Motorräder üben auf manche Menschen einen besonderen Reiz aus: Je höher die Motorisierung, umso größer der Spaß. Die Sucht nach den Glücksgefühlen, die bei starker Beschleunigung durch eine erhöhte Ausschüttung von Adrenalin und Endorphinen entsteht, führt häufig dazu, dass Tempolimits ignoriert werden. Gerade junge Lenker lassen sich davon oft zum Schnellfahren verleiten.

Da die Überschreitung von Tempolimits jedoch kein Kavaliersdelikt ist, sieht das Gesetz für Lenker, die sich nicht an Geschwindigkeitsbeschränkungen halten, entsprechende Konsequenzen vor. Dabei ist zu beachten, dass für Probeführerscheinbesitzer strengere Regeln gelten als für Führerscheinbesitzer außerhalb der Probezeit.

Erstmalig zu schnell gefahren? Mit diesen Konsequenzen ist zu rechnen

Probeführerscheinbesitzer, die im Ortsgebiet bis zu 20 km/h und auf der Freilandstraße oder der Autobahn bis zu 40 km/h schneller unterwegs sind als erlaubt, kommen zunächst noch mit einer Geldstrafe (bis zu 2.180 Euro) davon. Bei höheren Geschwindigkeitsübertretungen ist zusätzlich zur Geldstrafe eine Nachschulung für verkehrsauffällige Lenker zu absolvieren, die auch eine Fahrprobe umfasst. Darüber hinaus wird die Probezeit um ein Jahr verlängert. Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 40 km/h im Ortsgebiet bzw. mehr als 50 km/h im Freiland oder auf der Autobahn ist dann auch der Führerschein weg: Der Entzug der Lenkberechtigung kann je nach Ausmaß der Überschreitung ab zwei Wochen bis hin zu sechs Monaten oder mehr betragen.

Für Führerscheinbesitzer außerhalb der Probezeit gilt: Wer im Ortsgebiet bis zu 40 km/h und auf der Freilandstraße oder der Autobahn bis zu 50 km/h zu schnell unterwegs ist, kassiert ausschließlich eine Geldstrafe (bis zu 2.180 Euro). Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 40 km/h im Ortsgebiet bzw. mehr als 50 km/h im Freiland oder auf der Autobahn wird zusätzlich die Lenkberechtigung entzogen (ebenfalls für einen Zeitraum ab zwei Wochen bis hin zu sechs Monaten oder mehr). Eine Nachschulung für verkehrsauffällige Lenker und eine Fahrprobe müssen zunächst nicht absolviert werden. Einzige Ausnahme: Wenn Führerscheinbesitzer außerhalb der Probezeit gleich mehr als 90 km/h im Ortsgebiet oder mehr als 100 km/h auf der Freilandstraße oder der Autobahn zu schnell sind, müssen sie direkt zur Nachschulung und an einer Fahrprobe teilnehmen!

Nähere Details zu den konkreten Rechtsfolgen für Temposünder finden Sie im Beitrag „Führerschein-Nachschulung bei Geschwindigkeitsüberschreitungen“.

Nach der Nachschulung erneut geblitzt? Die Konsequenzen im Überblick

Für Probeführerscheinbesitzer, die innerhalb von zwei Jahren ab der ersten Geschwindigkeitsübertretung nochmals geblitzt werden, gilt Folgendes:

Je nach ermittelter Geschwindigkeitsüberschreitung müssen Probeführerscheinbesitzer mit denselben Konsequenzen wie beim Erstdelikt (bspw. Geldstrafe, Nachschulung inkl. Fahrprobe, Verlängerung der Probezeit um ein weiteres Jahr und eventuell Entzug der Lenkberechtigung) rechnen. Wird die Lenkberechtigung bereits zum zweiten Mal entzogen, kommt es auch zu einer Verlängerung der Führerscheinentzugszeit (statt zwei Wochen z. B. sechs Wochen, statt sechs Wochen oder drei Monate z. B. mindestens sechs Monate). Darüber hinaus muss im Rahmen der Nachschulung eine zusätzliche Kurssitzung absolviert werden. Dieses „Wiederholergespräch“ wird als Einzelgespräch mit einem Verkehrspsychologen geführt und dauert ca. 50 Minuten. Außerdem ist zu beachten: Wird innerhalb der dritten Verlängerung der Probezeit ein neuerlicher Verstoß begangen, hat die Behörde das Vorliegen der gesundheitlichen Eignung des Lenkers mittels amtsärztlichen Gutachtens abzuklären. Weiters wird eine verkehrspsychologische Untersuchung angeordnet und unter Umständen die Lenkberechtigung entzogen.

Führerscheinbesitzer außerhalb der Probezeit, die innerhalb von zwei Jahren ab der ersten Geschwindigkeitsübertretung erneut geblitzt werden, müssen je nach Ausmaß der Überschreitung ebenso mit denselben Konsequenzen wie beim Erstdelikt rechnen (bspw. Geldstrafe und eventuell Entzug der Lenkberechtigung). Wird die Lenkberechtigung bereits zum zweiten Mal entzogen, kommt es außerdem wie bei Probeführerscheinbesitzern zu einer Verlängerung der Führerscheinentzugszeit. Darüber hinaus wird bei einer wiederholten Geschwindigkeitsübertretung von mehr als 40 km/h im Ortsgebiet bzw. mehr als 50 km/h im Freiland oder auf der Autobahn zusätzlich die Teilnahme an einer Nachschulung für verkehrsauffällige Lenker inkl. einer Fahrprobe angeordnet. Für Führerscheinbesitzer außerhalb der Probezeit, die beim Erstdelikt über 90 km/h zu schnell im Ortsgebiet oder über 100 km/h zu schnell auf der Freilandstraße oder der Autobahn waren und daher bereits eine Nachschulung inkl. Fahrprobe absolvieren mussten, gilt: Sie müssen – wenn sie wieder mehr als 40 km/h im Ortsgebiet oder mehr als 50 km/h im Freiland oder auf der Autobahn zu schnell waren – die Nachschulung und die Fahrprobe wiederholen. Darüber hinaus sind sie auch zur Teilnahme an einer zusätzlichen Kurssitzung (dem „Wiederholergespräch“) im Rahmen der Nachschulung verpflichtet.

Schnellfahren ist teuer: Überblick über die Kosten

Die Konsequenzen einer Geschwindigkeitsübertretung können zeitintensiv und mit hohen Kosten verbunden sein. Die Höhe der Geldstrafe richtet sich dabei nach der Schwere des Delikts und liegt bei bis zu 2.180 Euro. Weiters werden Temposündern auch die Gebühren für die Nachschulung inkl. der Fahrprobe (495 Euro) in Rechnung gestellt. Für eine etwaige zusätzliche Kurssitzung – z. B. bei einem Wiederholungsdelikt – fallen weitere 103 Euro an.

Das Rechenergebnis zeigt: Schnell Fahren zahlt sich in keinem Fall aus! Denn neben dem finanziellen Aufwand werden durch das rücksichtslose Verhalten von Temposündern immer auch unschuldige Menschenleben gefährdet – das gilt natürlich auch für alle übrigen Verkehrsdelikte (z. B. Fahren unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen, Missachtung des Rotlichts oder von Überholverboten, Nichteinhaltung des Sicherheitsabstandes etc.).

Sollten Sie dennoch einmal zu schnell unterwegs gewesen sein und Ihnen wurde eine Nachschulung angeordnet, können Sie sich über unser Buchungsportal online zu einem passenden Kurs in Ihrer Nähe anmelden!

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